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S. Martinho das Amoreiras

Rundwege

8 / 12,5 Km

Diese Etappe der Rota Vicentina verläuft von allen am weitesten im Landesinneren und führt – an der Mühle Moinho da Serra– über ihren höchsten Punkt. Sie wandern im Umkreis des malerischen Dorfs S. Martinho das Amoreirasdurch Täler, die von zahlreichen Quellen das ganze Jahr über mit Wasser gespeist werden, durch leicht gewellte Felder, auf denen das Vieh gemächlich weidet und über waldige Berge, deren Höhen den Blick auf atemberaubende Landschaften freigeben.

Auf dem Weg vom Dorf zum Feld passiert man kleine Gemüse- und Obstgärten, durch alte Steinmauern eingefriedet, und folgt Bächen, die in Kanäle aus Stein eingebettet sind. In Nischen mit stehendem Wasser vermehren sich Salamander und Molche. Vögel wie Eichelhäher, Blau-Elstern, Aaskrähen, Kuckucke, Spechte, Samtkopf-Grasmücken, Schwarzkehlchen, Bienenfresser, Rothühner und Buchfinken finden sich zahlreich in Lorbeer-Hecken, Quittenbäumen, Weiden und Feigenbäumen, aber auch in uraltenKiefern, Korkeichen, Zedern und Eukalypten, die einen idealen Nistplatz für einen ganz besonderen Raubvogel darstellen: den Habichtsadler. Mit etwas Glück taucht er auf, wahrscheinlich in der Nähe der Mühle. Allgegenwärtig sind außerdem die Spuren von Wildschweinen.

 

An Pflanzen sieht man auf diesem Weg viel weiß blühenden Zitronenlavendel (Lavandula viridis), der sehr viel seltener ist, als sein Artgenosse, der Schopflavendel mit seinen lila Blüten (Lavandula stoechas). Der Frühling bringt den Steinquendel, die Lackzistrose und das Currykraut zur Geltung, ebenso wie die Heilpflanzen Stechginster-Blume, Portugiesischer Steinsame, Roter Fingerhut und die Silber-Mauermire. Das Farbenspiel der Felder und Flure kräftig ergänzend präsentieren sich der Stechginster, die wilde Artischocke (Cynara algarbiensis, endemisch im Südwesten der iberischen Halbinsel), die Angelika-Art Angelica major, die Salbeiblättrige Zistrose, das Purpurrote Brandkraut, die Wenignervige Osterluzei, die Weiße Meerzwiebel, die wilde Hyazinthe, der Lochschlund und die Mittags-Schwertlilie.

 

Das Gebiet ist seit der Frühgeschichte besiedelt, wie das Gräberfeld der archäologischen Ausgrabungsstätte von Pardieiro, 7 km südwestlich von São Martinho, belegt. Bei den elf Gräbern dieser Nekropole entdeckte man auch Stelen aus Grauwacken-Schiefer mit Inschriften (sie befinden sich im Schriftmuseum in Almodóvar), die zeigen, dass die dort vor 2.500 Jahren (in der frühen Eisenzeit) lebende Gemeinschaft bereits über eine alphabetische Schrift verfügte. Die Schrift wird u.a. als Südwest-Schrift bezeichnet und gilt als die erste alphabetische Schrift auf der iberischen Halbinsel.

 

Drei Siedlungszentren, Amoreiras, São Martinho und Conqueiros stritten Jahrhunderte über den Sitz der Gemeinde, und es war São Martinho, das den Disput für sich entschied. Der Ort gewann nicht zuletzt deshalb, weil dort im 18. Jahrhundert unter der Schirmherrschaft des Santiago-Ordens des Schwerts die Hauptkirche (Igreja Matriz) errichtet wurde, deren Bau durch Barock, Rokoko und Neoklassizismus inspiriert ist.

 

São Martinho das Amoreiras hat gegenwärtig wenig mehr als 1.000 Einwohner, die hauptsächlich Wald- und Landwirtschaft sowie Viehzucht betreiben. Daneben bieten sie Produkte hoher Qualität, wie Honig, Medronho und Olivenöl. Und es heißt, dass das traditionelle Brot aus São Martinho das beste im ganzen Alentejo ist.

Wo starten?

S. Martinho das Amoreiras

am Parkplatz nahe der Gemeindeverwaltung (Junta de Freguesia).

Technische Daten

Schwierigkeitsgrad: Leicht / Mittelschwer

Entfernung: 8 / 12,5 KM
Geschätzte Dauer: 3 Std / 5 Std

Aufstieg gesamt: m
Gesamtabstieg: 250 / 450 m

Höhe max.: 353 m
Höhe min.: 190 m

Empfohlene Jahreszeit: September bis Juni

VERHALTENSREGELN

Motorisierte Fahrzeuge gefährden die Wanderer. Wählen Sie alternative Wege.

Motorräder oder Jeeps sollten auf dem Historischen Weg vermieden werden; prüfen Sie ggf. Alternativen.

Zelten und Feuerentfachen ist außerhalb der ausgewiesenen Plätze nicht gestattet.

Führen Sie Ihren Hund an der Leine und sammeln seine „Hinterlassenschaften“ auf.

Die Weidetiere sind zahm, mögen aber nicht, wenn sich Fremde ihrem Nachwuchs nähern. Einige Höfe und Herden werden von Hunden bewacht. Verhalten Sie sich vorsichtig.

Die Wege durchqueren privates Gelände; schließen Sie die Pforten und Absperrungen wieder hinter sich.

Bereiten Sie Ihre Wanderung gut vor und gehen Sie keine Risiken ein. Unterwegs gibt es kaum Verpflegungs- und Ausrüstungsmöglichkeiten für Wanderer; nehmen Sie stets Wasser, Verpflegung und Sonnenschutz mit.

An einigen Stellen sind Straßen zu überqueren; hier gilt besondere Vorsicht.

Sie treffen auf ideale Picknick-Plätze; nehmen Sie Ihren Abfall bitte immer mit.

Nutzen Sie die Gelegenheit, Erfahrungen mit den Einheimischen auszutauschen und die lokale Lebensart kennenzulernen. Die Pfade durchqueren empfindliche Gebiete des Parque Natural do Sudoeste Alentejano e Costa Vicentina.

Tipps

Versäumen Sie nicht den Besuch der Bäckerei, bekannt für ihr Brot, das im Ofen, beheizt vom Holz der Lackzistrose gebacken wird.

Wichtige Hinweise

Der Rundweg kann in zwei Varianten gewandert werden; achten Sie diesbezüglich auf die Markierungen.

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