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Die Heidelandschaft von São Teotónio

Rundwege

8,5 Km

Auf diesem Weg in einer Landschaft, die fruchtbar und vielseitig ist, vermitteln einem die Menschen, die auf den Feldern tätig sind, einen Geschmack vom traditionellen Leben im Südwesten Portugals.

Die Straßen mit ihren einfachen Häusern und ihren örtlichen Läden sind auch immer wieder flankiert von Gemüsegärten und Wiesen. Zusammen mit den ausgedehnten Weiden, wo das Vieh gemächlich weidet und Wäldern aus Korkeichen, Erdbeer-Bäumen (Medronheiros) und Kiefern liefern sie die Hälfte aller Lebensmittel, die die Bewohner dieses Gebiets benötigen. Aus den Wäldern werden Kork, Bauholz, Brennholz, Pinienkerne, Eicheln, Pilze, wilder Spargel und viele andere der reichlichen Gaben gewonnen. Unter allen diesen sticht besonders der Medronho-Schnaps hervor. Die Ernte dieser Früchte beginnt im Herbst, wenn die Zweige des Medronheiros sich mit Früchten füllen und hält bis Dezember an. Man pflückt die reifen Früchte, die eine gute Qualität dieser Spirituose garantieren, gemeinsam mit der Familie und mit Nachbarn und füllt sie zur Fermentierung in Fässer. Im Monat Dezember steuert der Destillateur seine Künste zur Fermentierung bei, denn schließlich verfügt er über ein bisschen Magie und so manch anderes Wissen. Es ist ein kreativer Prozess, der vom Destillateur Intuition und Einfühlungsvermögen verlangt, aber auch Präzision bei den Verfahren. Die Verwandlung der fermentierten Fruchtmasse an Medronho-Beeren in Schnaps ist ein komplexer Prozess, dessen Kenntnis von Generation zu Generation weitergegeben wird.

 

An den Wegesrändern begegnen Sie Pflanzen, die praktisch das ganze Jahr über blühen: Medronheiro, wilder Schopflavendel, Mittelmeer-Strohblume, Besenheide, Stechginster und wilde Orchideen. Einige dieser wilden Pflanzen sind noch immer das verbreitete Mittel, um bestimmte Beschwerden zu lindern, so beispielsweise das Echte Tausendgüldenkraut, das einen Kater schnell beseitigt. Auf den offenen Feldern können Sie die Raubvögel beim Jagen beobachten oder dem Gesang der Wiesenpieper, Lerchen und Zistensänger lauschen. Auf den Feld- oder Lehmwegen kann man die Fußspuren von Füchsen, Dachsen, Ginsterkatzen und Ichneumons entdecken. In Feuchtgebieten, die vorwiegend mit Schilf bewachsen sind, lebt das einzige Nagetier, das in Europa geschützt ist, die Cabrera-Wühlmaus. Sieht man mitten in der Macchie aufgewühlten Boden, ist das ein Zeichen, dass ein Wildschwein nach Blumenzwiebeln und kleinen Tieren gesucht hat. Der erwachsene Keiler lebt in der Regel allein und schließt sich nur in der Paarungszeit an eine Bache an. Allerdings kommt es vor, dass ein weibliches Tier von einem jungen Keiler begleitet wird, der ihrer Verteidigung dient.

 

Der Weg verläuft durch die Schlucht “Barranco de Água de Peixe” mit ihrem Auwald aus Weiden und Portugiesischen Eichen. Auf diesem Wegabschnitt entlang des Wasserlaufs können Sie auf den Kot und die Fußspuren von Fischottern treffen, die dort im Schutz der Dämmerung fischen. Der Kot, der an den Fischgräten und Krebspanzern leicht zu erkennen ist, wird an gut sichtbaren Stellen hinterlassen, um das Territorium zu markieren.

 

Über diese Stadt heißt es: „São Teotónio schläft nicht”. Der Spruch hat seinen Ursprung aus der Überlieferung, nach der Bruder Teotónio die Nacht vor der Schlacht von Ourique damit verbrachte, für den Sieg des Königs Dom Afonso Henrique zu beten. Mit dem Spruch hebt man heute eher den kämpferischen Charakter der Bewohner von São Teotónio und ihre Fähigkeit hervor, den größten Widrigkeiten zu trotzen. Zugleich impliziert er auch die Lebensfreude der Einwohner, was sich beispielsweise am Fest der Masten („Festa dos Mastros“, einer Art Erntedank-Fest) erkennen lässt, das alle zwei Jahre – meist im Juni – stattfindet und viele Nächte der Vorbereitung erfordert, um den Ort mit bunten Papierblumen farbenfroh zu schmücken.

Wo starten?

São Teotónio

am sogenannten Platz “Quintalão” oder Kirchplatz.

Technische Daten

Schwierigkeitsgrad: Leicht

Entfernung: 8,5 KM
Geschätzte Dauer: 3 Std

Aufstieg gesamt: 0 m
Gesamtabstieg: 200 m

Höhe max.: 180 m
Höhe min.: 130 m

Empfohlene Jahreszeit: September bis Juni

VERHALTENSREGELN

Motorisierte Fahrzeuge gefährden die Wanderer. Wählen Sie alternative Wege.

Motorräder oder Jeeps sollten auf dem Historischen Weg vermieden werden; prüfen Sie ggf. Alternativen.

Zelten und Feuerentfachen ist außerhalb der ausgewiesenen Plätze nicht gestattet.

Führen Sie Ihren Hund an der Leine und sammeln seine „Hinterlassenschaften“ auf.

Die Weidetiere sind zahm, mögen aber nicht, wenn sich Fremde ihrem Nachwuchs nähern. Einige Höfe und Herden werden von Hunden bewacht. Verhalten Sie sich vorsichtig.

Die Wege durchqueren privates Gelände; schließen Sie die Pforten und Absperrungen wieder hinter sich.

Bereiten Sie Ihre Wanderung gut vor und gehen Sie keine Risiken ein. Unterwegs gibt es kaum Verpflegungs- und Ausrüstungsmöglichkeiten für Wanderer; nehmen Sie stets Wasser, Verpflegung und Sonnenschutz mit.

An einigen Stellen sind Straßen zu überqueren; hier gilt besondere Vorsicht.

Sie treffen auf ideale Picknick-Plätze; nehmen Sie Ihren Abfall bitte immer mit.

Nutzen Sie die Gelegenheit, Erfahrungen mit den Einheimischen auszutauschen und die lokale Lebensart kennenzulernen. Die Pfade durchqueren empfindliche Gebiete des Parque Natural do Sudoeste Alentejano e Costa Vicentina.

Tipps

 

Wichtige Hinweise

Es gibt weitere Wanderwege in dem Gebiet, weshalb besonders auf die Beschilderung zu achten ist.

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