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Die Totenique-Wanderung

Rundwege

13,5 Km

Von Sabóia aus wandern wir durch kühle Täler, begleitet mal vom Rio Mira, mal vom Nebenfluss Totenique. Bei der Ankunft an der Mühlenruine auf der Höhe der Serraöffnet sich der Blick auf das idyllische Dorf Santa Clara. In Dörfern wie diesem herrscht noch die traditionelle Lebensart, die sich dem interessierten Beobachter erschließen wird.

Der Legende nach verdankt der Name Sabóia seinen Ursprung Einwanderern aus den Savoyer Alpen, die irgendwann im Mittelalter hierhergekommen sein sollen. Der Volksmund erzählt, dass ein Savoyer Händler, Geistlicher oder sogar Flüchtiger (je nach Version) eine Herberge nahe der Straße eröffnete. Den alten Stadtchroniken von Odemira zufolge sei diese “Estrada de Sabóia” gewiss diejenige, die von Garvão bis in die Region Algarve führte.

In der Kirche Igreja Paroquial de Nossa Senhora da Assunçãoin Sabóia sind einige interessante Werke zu sehen, darunter ein Ölgemälde auf Holz der Heiligen Ana und der Heiligen Jungfrau sowie eines des Heiligen Joaquim im Stil der flämischen Malerei (Anfang des 17. Jahrhunderts).

Wir wandern in einer Gegend, in der es Virtuosen der Viola Campaniçagibt. Dieses Musikinstrument ist typisch für die Region Baixo Alentejound eines der speziell portugiesischen Saiteninstrumente mit einem breiten Klangspektrum. Sie ist mit 10 Saiten bespannt und hat die Form einer ausgeprägten Acht mit einer in Holz gearbeiteten Rosette in verschiedenen Farben als Symbol für die Sonne des Alentejo. Der Ursprung des Instruments ist ungewiss, aber man weiß, dass es seit undenklichen Zeiten auf Bällen, Festen, Gesellschaften und zur Begleitung des Canto Alentejanoerklingt. Ihre ganz besondere Rolle findet die Campaniça dabei im musikalischen Wettstreit (cantares à desgarradaoder cantes a despique). In den 60iger Jahren war die Viola nur noch selten zu hören und drohte, ganz zu verschwinden. Inzwischen hat man Maßnahmen ergriffen, die Kultur der Campaniça wieder aufleben zu lassen. So kann es sein, dass man das Instrument im ganzen Landkreis Odemira hier und da zu hören bekommt, speziell im Gemeindebezirk von Sabóia.

Bei dem kleinen „Flecken“ Totenique kommen wir an einen Fluss mit sauberem Wasser und Ufern voller schattiger Vegetation. Diese Gegend, in der es zwei Quellen mit bestem Wasser gibt, wurde schon vor langer Zeit besiedelt und hatte sogar eine Grundschule für rund 30 Kinder. Sie schloss ihre Pforten 1983, als quasi die gesamte Bevölkerung das Tal auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen verlassen hatte. Inzwischen wurden einige Häuser von „Zugezogenen“ renoviert, die hier Ruhe und Abgeschiedenheit genießen.

Der Bahnhof auf halbem Weg zwischen Sabóia und Santa Clara ist ein typisches Gebäude der Estado Novo-Epoche. Er hat einige sehenswerte Details bewahrt, wie die Uhr, die Waage und die Keramikkacheln (azulejos). Zwischen Santa Clara und Sabóia wird die Aufmerksamkeit des Wanderers mal auf das wundervolle Landschaftsrelief, mal auf die üppige Flora und mal auf das unerwartete Auftauchen einer Gruppe von Rothühnern, Stieglitzen oder anderen Vögeln gelenkt.

Wo starten?

Sabóia

am Ortseingang nahe der kleinen Gartenanlage.

 

Technische Daten

Schwierigkeitsgrad: Mittelschwer

Entfernung: 13,5 KM
Geschätzte Dauer: 4 Std 30

Aufstieg gesamt: 0 m
Gesamtabstieg: 400 m

Höhe max.: 155 m
Höhe min.: 40 m

Empfohlene Jahreszeit: September bis Juni

VERHALTENSREGELN

Motorisierte Fahrzeuge gefährden die Wanderer. Wählen Sie alternative Wege.

Motorräder oder Jeeps sollten auf dem Historischen Weg vermieden werden; prüfen Sie ggf. Alternativen.

Zelten und Feuerentfachen ist außerhalb der ausgewiesenen Plätze nicht gestattet.

Führen Sie Ihren Hund an der Leine und sammeln seine „Hinterlassenschaften“ auf.

Die Weidetiere sind zahm, mögen aber nicht, wenn sich Fremde ihrem Nachwuchs nähern. Einige Höfe und Herden werden von Hunden bewacht. Verhalten Sie sich vorsichtig.

Die Wege durchqueren privates Gelände; schließen Sie die Pforten und Absperrungen wieder hinter sich.

Bereiten Sie Ihre Wanderung gut vor und gehen Sie keine Risiken ein. Unterwegs gibt es kaum Verpflegungs- und Ausrüstungsmöglichkeiten für Wanderer; nehmen Sie stets Wasser, Verpflegung und Sonnenschutz mit.

An einigen Stellen sind Straßen zu überqueren; hier gilt besondere Vorsicht.

Sie treffen auf ideale Picknick-Plätze; nehmen Sie Ihren Abfall bitte immer mit.

Nutzen Sie die Gelegenheit, Erfahrungen mit den Einheimischen auszutauschen und die lokale Lebensart kennenzulernen. Die Pfade durchqueren empfindliche Gebiete des Parque Natural do Sudoeste Alentejano e Costa Vicentina.

Tipps

Verpflegung unterwegs

in den Dörfern Santa Clara-a-Velha und Sabóia. 

Diese Etappe lässt sich mit dem Wanderweg Von Santa Clara zum See kombinieren. 

Wichtige Hinweise

Achtung!

Bevor man den Bahnhof erreicht, geht es 300 m auf der Straße entlang. Halten Sie sich auf der linken Seite entgegen der Verkehrsrichtung und seien Sie vorsichtig.

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